Wie reift Zeit?

Verfasser: MR | Veröffentlicht: Juli 2021 (Version2)

Gerade erst – und dies wiederholt – erhielt ich, im Anschluss an an meine Präsentation der Sponti-Car-Idee, bei einer kleinen Gemeinde im Kanton St.Gallen die folgende Rückmeldung:

«Das Angebot ist super, und wir sehen auch den Nutzen. Nur ist in unserer Gemeinde die Zeit noch nicht reif dafür.»

Das macht mich neugierig. Weshalb erhalten wir auf unsere Initiative, die Mobilität in den Dörfern neu zu denken, so ähnliche Reaktionen? Egal, ob es um Gemeinden, Regionen oder Kantone geht: Wann genau ist denn nun «die Zeit reif», worauf sollen wir noch weiter warten?

Denn bereits heute jagt ein Wetterextrem das nächste. Rekordniederschläge im Winter, Hitze und Trockenheit – oder wie dieses Jahr monsunartige Niederschläge – im Sommer. Das Wetter spielt verrückt, die Auswirkungen des Klimawandels sind unübersehbar. Eine Besserung ist nicht zu erwarten, da wir weiterhin Jahr für Jahr mehr Treibhausgase ausstossen.

Gerade der Verkehr trägt hier wesentlichen dazu bei, in der Schweiz mit fast einem Drittel der gesamten Emissionen. Unser Ausstoss an Treibhausgasen hat sich seit 1990 nur um 13.9 % reduziert. Ein Umdenken ist dringend notwendig! Und besonders im Verkehr kann schon mit einfachen Massnahmen direkt und sofort eine Reduktion geschaffen werden. In ländlichen Gemeinden etwa liegt eine hohe Dichte an Fahrzeugen vor. Als Beispiel wieder die eingangs erwähnte Gemeinde in St. Gallen: Diese weist eine Fahrzeugdichte von 838 Fahrzeugen aus, bei 1398 Einwohner. Der Fahrzeugbestand liegt mehr als 7 % über dem kantonalen Durchschnitt. Ist dieser Umstand eventuell fehlenden Alternativen geschuldet?

Auch wenn man dem Thema Klimawandel (noch) nicht besonders zugetan ist, so ist doch eine Verbesserung, sprich ein kosten günstigere Mobilität für die eigene Bevölkerung Grund genug für die Umsetzung eines neuen und innovative Mobilitätskonzept. Braucht es noch mehr anreize für ein Umdenken in der Politik?

Zurück zur «unreifen» Zeit. Spannend ist, dass sie auch in so kleinräumigen Ländern wie der Schweiz von Dorf zu Dorf ganz unterschiedlich fortschreitet. Man kann von einer regionalen Zeit-Verzerrung sprechen. In mehreren Nachbargemeinden scheint die Zeit wesentlich schneller und nachhaltiger gereift zu sein, denn in diesen Gemeinden stehen bereits Sponti-Cars, die von Verwaltung und Bevölkerung rege genutzt werden. Ist also die Aussage der fehlende Reife bloss ein Euphemismus für den fehlenden Willen in der Politik, griffige Alternativen zu Erst- und Zweit-Autos anzubieten? Oder vielleicht sogar eine Ausrede, um überhaupt nicht handeln zu müssen?

Für mich bleibt bei Gemeinden, die so zögerlich antworten, nur die Hoffnung, dass es sich mit der Entscheidungsfindung wie mit gutem Wein verhält: je länger die Reifedauer, umso besser das Resultat.

(Quellen aller Zahlen: Statistisches Amt des Kantons St. Gallen sowie Bundesamt für Umwelt, 2020.)

Wie reift Zeit?

Verfasser: MR | Veröffentlicht: Juli 2021 (Version2)

Gerade erst – und dies wiederholt – erhielt ich, im Anschluss an an meine Präsentation der Sponti-Car-Idee, bei einer kleinen Gemeinde im Kanton St.Gallen die folgende Rückmeldung:

«Das Angebot ist super, und wir sehen auch den Nutzen. Nur ist in unserer Gemeinde die Zeit noch nicht reif dafür.»

Das macht mich neugierig. Weshalb erhalten wir auf unsere Initiative, die Mobilität in den Dörfern neu zu denken, so ähnliche Reaktionen? Egal, ob es um Gemeinden, Regionen oder Kantone geht: Wann genau ist denn nun «die Zeit reif», worauf sollen wir noch weiter warten?

Denn bereits heute jagt ein Wetterextrem das nächste. Rekordniederschläge im Winter, Hitze und Trockenheit – oder wie dieses Jahr monsunartige Niederschläge – im Sommer. Das Wetter spielt verrückt, die Auswirkungen des Klimawandels sind unübersehbar. Eine Besserung ist nicht zu erwarten, da wir weiterhin Jahr für Jahr mehr Treibhausgase ausstossen.

Gerade der Verkehr trägt hier wesentlichen dazu bei, in der Schweiz mit fast einem Drittel der gesamten Emissionen. Unser Ausstoss an Treibhausgasen hat sich seit 1990 nur um 13.9 % reduziert. Ein Umdenken ist dringend notwendig! Und besonders im Verkehr kann schon mit einfachen Massnahmen direkt und sofort eine Reduktion geschaffen werden. In ländlichen Gemeinden etwa liegt eine hohe Dichte an Fahrzeugen vor. Als Beispiel wieder die eingangs erwähnte Gemeinde in St. Gallen: Diese weist eine Fahrzeugdichte von 838 Fahrzeugen aus, bei 1398 Einwohner. Der Fahrzeugbestand liegt mehr als 7 % über dem kantonalen Durchschnitt. Ist dieser Umstand eventuell fehlenden Alternativen geschuldet?

Auch wenn man dem Thema Klimawandel (noch) nicht besonders zugetan ist, so ist doch eine Verbesserung, sprich ein kosten günstigere Mobilität für die eigene Bevölkerung Grund genug für die Umsetzung eines neuen und innovative Mobilitätskonzept. Braucht es noch mehr anreize für ein Umdenken in der Politik?

Zurück zur «unreifen» Zeit. Spannend ist, dass sie auch in so kleinräumigen Ländern wie der Schweiz von Dorf zu Dorf ganz unterschiedlich fortschreitet. Man kann von einer regionalen Zeit-Verzerrung sprechen. In mehreren Nachbargemeinden scheint die Zeit wesentlich schneller und nachhaltiger gereift zu sein, denn in diesen Gemeinden stehen bereits Sponti-Cars, die von Verwaltung und Bevölkerung rege genutzt werden. Ist also die Aussage der fehlende Reife bloss ein Euphemismus für den fehlenden Willen in der Politik, griffige Alternativen zu Erst- und Zweit-Autos anzubieten? Oder vielleicht sogar eine Ausrede, um überhaupt nicht handeln zu müssen?

Für mich bleibt bei Gemeinden, die so zögerlich antworten, nur die Hoffnung, dass es sich mit der Entscheidungsfindung wie mit gutem Wein verhält: je länger die Reifedauer, umso besser das Resultat.

(Quellen aller Zahlen: Statistisches Amt des Kantons St. Gallen sowie Bundesamt für Umwelt, 2020.)

2 Kommentare
  1. Max Häberli
    Max Häberli sagte:

    Kompliment an die Gemeindevertreter von Wohlen b. Bern für die Initiative etwas sinnvolles für die Einwohner zu tun.
    Auch in Verbindung mit dem Umweltgedanken verdient das Gremium ein grosses BRAVO.
    Auf geht’s!
    Max Häberli
    Motto: EINFACH – EFFEKTIV – LOHNEND

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