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EIN Auto, eine Energiekrise und ein Kuhfurz

Verfasser: MR | Veröffentlicht: Juli 2022

«Wir haben in Zukunft ja sowieso zu wenig Strom und verzichten darum auf ein Car-Sharing mit EINem Elektro-Auto». Diese Antwort haben wir letztens aus dem Gemeinderat einer St. Galler Gemeinde erhalten. Für uns ein warnendes Beispiel wie gross die Verunsicherung innerhalb der Behörden aktuell ist, was die Versorgungssicherheit mit Energie in der Schweiz betrifft.

Einem Grossteil der Schweizer Bevölkerung wird jetzt erstmal deutlich bewusst, dass unsere Gesellschaft zu einem sehr grossen Teil von Energieimporten abhängig ist. Vielen Schweizerinnen und Schweizer ist erst jetzt klar geworden, dass Benzin und Diesel nicht hier hergestellt sondern, unter anderem aus Russland, importiert werden. Wir produzieren wohl auch inländisches Öl, das kann aber ausschliesslich zu Salatsauce verarbeitet werden.

Wer jetzt den Finger erhebt und dabei an Biogas denkt, und hofft die industrielle Kumulation von Kuhfürzen auf unseren Weiden wird als Ersatz für die Gasimporte helfen, wird ebenfalls enttäuscht. Alle Projekte die Biogas aus Gülle, Abfällen und/oder Holz produzieren, werden gemäss Studien auch im allerbesten Fall nur 30% der Gasimporte substituieren.

Was für viele in diesen Wochen als Überraschung daherkommt, ist eigentlich kein Geheimnis. Die Abhängigkeit von Energieimporten ist kein Novum. Die Förderung und der Ausbau der inländischen Energieproduktion, speziell Strom aus Wind und Photovoltaik, wird bereits seit längerem stark vorangetrieben. Doch trotz aller Massnahmen ist die Realisation einer ausreichenden inländischen Produktionsmenge weit hinter dem effektiven Bedarf zurück, sprich wir sind weit von einer Unabhängigkeit von Energieimporten entfernt!

Wir halten fest; die im Inland produzierte Energie ist nicht ausreichend und die Importe sind nicht sichergestellt.

Stellt sich die Frage: Was könnte dabei helfen über genügend Energie zu verfügen?

Antwort: Energie sparen!

Und nun kommen wir wieder zur oben erwähnten St. Galler Gemeinde.

Der Sparansatz ist die Begründung warum EIN Elektroauto im Car-Sharing angeschafft werden soll. Weil EIN Fahrzeug, welches durch eine Vielzahl an Personen genutzt wird, wesentlich effizienter ist, als wenn sich viele Einwohner einen Tesla, Audi oder VW in die eigene Garage holen. Die Auslastung ist bei einem Car-Sharing wesentlich höher als bei einem privaten PKW. Auch sind unsere Car-Sharing Fahrzeuge vernünftig motorisierte, kompakte Kleinwagen, was ebenfalls direkt zur Effizienz im Fahrbetrieb beiträgt.

Wenn wir als Gesellschaft das Energieproblem und eine drohende Strom- und Gasversorgungslücke gesamtheitlich lösen wollen, müssen wir von der Produktion bis zum Verbrauch, inklusive der Mobilität,  alles optimieren. Dabei sind Konzepte wie Car-Sharing, neben vielen anderem, unerlässlich.

Es gilt nun für alle: JEDE KILOWATTSTUNDE ZÄHLT!

Die Erkenntnis – wir müssen unserer Verantwortung als Spezialisten für die Mobilität der Zukunft noch mehr wahrnehmen und den Behörden fundiertere Erklärungen liefern, wie sie trotz der voraussichtlichen Energieknappheit ihre Bevölkerung mobil halten können. Und was besonders wichtig ist, dass sie gleichzeitig einen Beitrag an eine gesichertere Energieversorgung in ihrem Verantwortungsgebiet leisten. Also nehmen wir, auch in der erwähnten St. Galler Gemeinde, einen neuen Anlauf!

Quellen:
Bundesamt für Statistik BFS
Studie Einspeisepotential von erneuerbarem Gas in das Schweizer Gasnetz I EnFK I 06.2018
Bild: Betty-Bossy, St. Galler Bratwurst: Genuss mit zwei Zipfeln
Bild: www.adpic.com
Bild: Reuters

#energiewende #mobility #smartcities #smartdata #smartmobility #sustainability

#cassmm #carsharing #stgallen #newmobility #energiesparen #futureMobilityLab

1 Kommentar
  1. Max Häberli
    Max Häberli sagte:

    Bravo – für die Bilderkombination und mein grosses Kompliment zum selbstkritischen Inhalt bei „Erkenntnisse“.
    Beste Grüsse und den verdienten Erfolg.
    Max Häberli

    Antworten

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EIN Auto, eine Energiekrise und ein Kuhfurz

Verfasser: MR | Veröffentlicht: Juli 2022

«Wir haben in Zukunft ja sowieso zu wenig Strom und verzichten darum auf ein Car-Sharing mit EINem Elektro-Auto». Diese Antwort haben wir letztens aus dem Gemeinderat einer St. Galler Gemeinde erhalten. Für uns ein warnendes Beispiel wie gross die Verunsicherung innerhalb der Behörden aktuell ist, was die Versorgungssicherheit mit Energie in der Schweiz betrifft.

Einem Grossteil der Schweizer Bevölkerung wird jetzt erstmal deutlich bewusst, dass unsere Gesellschaft zu einem sehr grossen Teil von Energieimporten abhängig ist. Vielen Schweizerinnen und Schweizer ist erst jetzt klar geworden, dass Benzin und Diesel nicht hier hergestellt sondern, unter anderem aus Russland, importiert werden. Wir produzieren wohl auch inländisches Öl, das kann aber ausschliesslich zu Salatsauce verarbeitet werden.

Wer jetzt den Finger erhebt und dabei an Biogas denkt, und hofft die industrielle Kumulation von Kuhfürzen auf unseren Weiden wird als Ersatz für die Gasimporte helfen, wird ebenfalls enttäuscht. Alle Projekte die Biogas aus Gülle, Abfällen und/oder Holz produzieren, werden gemäss Studien auch im allerbesten Fall nur 30% der Gasimporte substituieren.

Was für viele in diesen Wochen als Überraschung daherkommt, ist eigentlich kein Geheimnis. Die Abhängigkeit von Energieimporten ist kein Novum. Die Förderung und der Ausbau der inländischen Energieproduktion, speziell Strom aus Wind und Photovoltaik, wird bereits seit längerem stark vorangetrieben. Doch trotz aller Massnahmen ist die Realisation einer ausreichenden inländischen Produktionsmenge weit hinter dem effektiven Bedarf zurück, sprich wir sind weit von einer Unabhängigkeit von Energieimporten entfernt!

Wir halten fest; die im Inland produzierte Energie ist nicht ausreichend und die Importe sind nicht sichergestellt.

Stellt sich die Frage: Was könnte dabei helfen über genügend Energie zu verfügen?

Antwort: Energie sparen!

Und nun kommen wir wieder zur oben erwähnten St. Galler Gemeinde.

Der Sparansatz ist die Begründung warum EIN Elektroauto im Car-Sharing angeschafft werden soll. Weil EIN Fahrzeug, welches durch eine Vielzahl an Personen genutzt wird, wesentlich effizienter ist, als wenn sich viele Einwohner einen Tesla, Audi oder VW in die eigene Garage holen. Die Auslastung ist bei einem Car-Sharing wesentlich höher als bei einem privaten PKW. Auch sind unsere Car-Sharing Fahrzeuge vernünftig motorisierte, kompakte Kleinwagen, was ebenfalls direkt zur Effizienz im Fahrbetrieb beiträgt.

Wenn wir als Gesellschaft das Energieproblem und eine drohende Strom- und Gasversorgungslücke gesamtheitlich lösen wollen, müssen wir von der Produktion bis zum Verbrauch, inklusive der Mobilität,  alles optimieren. Dabei sind Konzepte wie Car-Sharing, neben vielen anderem, unerlässlich.

Es gilt nun für alle: JEDE KILOWATTSTUNDE ZÄHLT!

Die Erkenntnis – wir müssen unserer Verantwortung als Spezialisten für die Mobilität der Zukunft noch mehr wahrnehmen und den Behörden fundiertere Erklärungen liefern, wie sie trotz der voraussichtlichen Energieknappheit ihre Bevölkerung mobil halten können. Und was besonders wichtig ist, dass sie gleichzeitig einen Beitrag an eine gesichertere Energieversorgung in ihrem Verantwortungsgebiet leisten. Also nehmen wir, auch in der erwähnten St. Galler Gemeinde, einen neuen Anlauf!

Quellen:
Bundesamt für Statistik BFS
Studie Einspeisepotential von erneuerbarem Gas in das Schweizer Gasnetz I EnFK I 06.2018
Bild: Betty-Bossy, St. Galler Bratwurst: Genuss mit zwei Zipfeln
Bild: www.adpic.com
Bild: Reuters

#energiewende #mobility #smartcities #smartdata #smartmobility #sustainability

#cassmm #carsharing #stgallen #newmobility #energiesparen #futureMobilityLab

1 Kommentar
  1. Max Häberli
    Max Häberli sagte:

    Bravo – für die Bilderkombination und mein grosses Kompliment zum selbstkritischen Inhalt bei „Erkenntnisse“.
    Beste Grüsse und den verdienten Erfolg.
    Max Häberli

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